Mai2011 17

Nach etwa drei Wochen komme ich endlich dazu, die diesjährige Verbandseinzelmeisterschaft Münsterland zu kommentieren. Gemeinsam mit meinem Vereinskollegen Michael Hemmert hatte ich mich nach 2009 zum zweiten Mal dafür qualifiziert. Hätte mir vor dem Turnier jemand geflüstert, dass ich diesmal mit 4.5 Punkten aus 7 Partien auf dem dritten Platz landen werde, ich hätte mich gefreut. So, wie es allerdings lief, ärgere ich mich mehr über eine verpasste Chance, den zweiten Platz und damit die Qualifikation für die im Oktober stattfindenden NRW-Meisterschaften zu erreichen.


Hinten: Bernd Lerke (TL), Georg Rott, Michael Raus (Schiri), Achim Mueller, David Beckmann, Georg Kemper
Vorne: Michael Hemmert, Josef Beutelhoff, Sascha Hokamp, Reinhard Funke, Klaus Schroer, Helmut Haselhorst

Gespielt wurde über Ostern im Schachpavillion des SC Steinfurt mit zehn Teilnehmern in einem siebenrundigen »Schweizer-System« Turnier. Am Karfreitag, Ostersamstag und -sonntag wurden je zwei Runden (9:30 Uhr und 16:00) ausgetragen. Die Bedenkzeit pro Partie belief sich auf zwei Stunden für 40 Züge, danach eine Stunde für den Rest. Am Karfreitag fand parallel die als Schnellschachturnier ausgetragene Senioreneinzelmeisterschaft statt. Hier tat sich Helmut »Stöcki« Stöckmann nicht nur als Turniersieger, sondern auch als glühender Anhänger von Preussen Münster hervor ;-) .

Als Sechster der Rangliste und relativ unvorbereitet auf die Gegner war mein Ziel vor dem Turnier, fünfzig Prozent der möglichen Punkte zu holen und, wenn möglich, ELO-Zahl und DWZ etwas zu verbessern. Nach dem zweiten Tag, als ich mich plötzlich mit 3 aus 4 auf dem zweiten Platz der Tabelle wiederfand, änderte ich jedoch meine Vorgabe und peilte die Qualifikation zur NRW-Meisterschaft an. Nicht nur aufgrund der bereits erzielten Punkte, sondern auch wegen der meines Erachtens für Verbandsniveau recht ordentlichen Partien gegen Rott, Beckmann, Funke und Schroer.

Der Knackpunkt war sicherlich die verpassten Chancen in der 5. Runde gegen Josef Beutelhoff, als ich eine klare Gewinnstellung im Endspiel nicht verwerten konnte und die Partie nach sechs Stunden mit einem Remis endete. Fairerweise muss man sagen, dass auch Beutelhoff in meiner Zeitnot eine bessere, wenn nicht gar gewinnträchtige Position hatte.

Am Nachmittag des dritten Tags kam dann der absolute Tiefpunkt des Turniers. Ich musste gegen Michael Hemmert, den Ranglistenletzten spielen. Nach den anstrengenden sechs Stunden des Vormittags hätte ich Vernunft walten lassen und gegen Michael ein schnelles Remis machen sollen. Aber ich wollte es unbedingt erzwingen, spielte grottenschlechtes Schach und verlor verdient. In der letzten Runde konnte ich mich, wenn auch wegen des Vortags schwer enttäuscht, trotzdem noch zusamenreissen und bei Helmut Haselhorst in einer ebenfalls gut gespielten Partie für eine Niederlage aus 2009 »revanchieren«.

Alles in allem sollte ich mit dem Ergebnis wohl zufrieden sein. Fünf gute Partien gespielt (den Kurzsieg gegen David Beckmann zähle ich jetzt mal nicht), +2 gegen starke Gegner, ELO-Zahl nun über 2100 und auch in der DWZ-Wertung konnte ich etwa 40 Punkte zulegen.

Der Endstand:

Name Verein ELO DWZ Punkte Buchholz
1. Georg Rott SK Münster 32 2204 2138 6.0 23.0
2. Josef Beutelhoff SF Olfen 2121 2086 5.0 24.0
3. Achim Müller SC KB Rheine 2066 1936 4.5 22.5
4. Sascha Hokamp SF Reckenfeld 2075 2021 4.5 21.5
5. Michael Hemmert SC KB Rheine - 1870 3.5 24.5
6. Klaus Schroer TV Borken - 1986 3.0 22.5
7. Reinhard Funke Südlohner SV 2178 2012 2.5 25.0
8. Helmut Haselhorst SK Westbervern 2119 2085 2.5 23.5
9. David Beckmann TV Borken 2035 1927 2.0 20.5
10. Georg Kemper Schach Nienberge 2009 1947 1.5 21.0

Die beiden Erstplazierten qualifizieren sich für die im Oktober in Senden stattfindende NRW-Meisterschaft.

Hier meine Partien, (fast) alle kommentiert:

Runde 1: Rott – Müller 1-0
Runde 2: Müller – Beckmann 1-0
Runde 3: Müller – Funke 1-0
Runde 4: Schroer – Müller 0-1
Runde 5: Müller – Beutelhoff 0.5-0.5
Runde 6: Hemmert – Müller 1-0
Runde 7: Müller – Haselhorst 1-0

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