Nov2014 12

Zwölf WM-Partien – zehn aus dem Jahr 2013 und die zwei schon gespielten des diesjährigen Matches in Sochi – musste Exweltmeister Viswanathan Anand leiden, bis er – ausgerechnet in der 13. Begegnung – endlich einen vollen Punkt gegen Magnus Carlsen verbuchen konnte. Gestern zahlte sich seine ausgezeichnete Vorbereitung aus. In einer Modevariante des abgelehnten Damengambits erwischte er den Weltmeister auf dem falschen Fuß und gewann überzeugend.

Die gestrige, dritte Partie war aus mehreren Gründen sehr interessant. Bei der Schacholympiade in Dresden 2008 verlor Magnus Carlsen in der gleichen Variante etwas überraschend gegen den Finnen Tomi Nyback. Ich war damals vor Ort und konnte die Begegnung hautnah miterleben.

Verlieren…

…hat schon 2008 keinen Spaß gemacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anand und Carlsen folgten gestern bis zum 20. Zug einer Partie von Aronian und Adams aus dem Jahr 2013. Eigentlich jedoch sogar bis zum 26. Zug einer noch älteren Partie von 2008, die Tomashewsky damals genauso überzeugend gegen Riazantsev gewann (siehe Partiekommentar). Möglicherweise hatte Carlsen die letztgenannte Partie trotz seines phänomenalen Gedächtnisses nicht mehr auf dem Schirm. Anders läßt sich sein enormer Zeitverbrauch kaum erkären.

In der heutigen vierten Partie konnte Anand relativ problemlos ausgleichen. Erst direkt nach der ersten Zeitkontrolle durchlebte er eine Schrecksekunde, als er merkte, dass er bei einer vorher geplanten Zugfolge in deutlichen Nachteil geraten würde. Glücklicherweise für ihn gab es noch eine Alternative, und Carlsen blieb danach nur ein Remis durch Dauerschach.

Wer übrigens einen Magnus Carlsen in „Höchstform“ erleben möchte, sollte sich unbedingt die Pressekonferenz nach der vierten Partie anschauen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie die Laune des Wetlmeisters sein wird, sollte es in den nächsten zwei Partien zu blutleeren Remisen kommen.

 

Hier die dritte und vierte Partie, jeweils von mir kommentiert:

(ELO: ) – (ELO: ) , Datum: , Ergebnis:

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