Jun2007 26

 Nach einem Bericht des ARD-Magazins Report (Mainz) wurden bei der Bundeswehr aufgrund eines "technischen Defekts" Geheimberichte von Auslandseinsätzen aus den Jahren 1999-2003 "versehentlich" vernichtet. Wie der Zufall es so will, waren darunter auch Daten, die möglicherweise zur Aufklärung des Falls des ehemaligen Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz geführt hätte.

 Dem ARD-Magazin liegt angeblich ein Brief des Verteidigungsstaatssekretärs Peter Wichert vom 12. Juni vor. In dem Schreiben heißt es wörtlich: "Der Datensicherungsroboter erlitt nach der Archivierung der Daten einen technischen Defekt und musste Ende 2004 durch ein Austauschgerät ersetzt werden. Bei dem Versuch, die gespeicherten Daten auf das Ersatzgerät zu übertragen, stellte das Fachpersonal … fest, dass ein Teil der Bandkassetten im Datensicherungsroboter nicht mehr lesbar war."

 Wichert in seinem Brief an den Untersuchungsausschuss weiter: "Entsprechend der gültigen Vorschriften im Umgang mit Verschlusssachen wurden die nicht mehr lesbaren Kassetten am 4. Juli 2005 vernichtet."

 Kurnaz behauptet, ihn hätten im Jahre 2002 zwei KSK-Soldaten in einem US-Gefangenenlager im afghanischen Kandahar mißhandelt. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages beschäftigt sich seit längerem mit dem Fall. Schon im Frühjahr diesen Jahres drang aus dem ganz geheimen Geheimausschuss das Gerücht, es würden wichtige Unterlagen zum KSK-Einsatz 2002 in Kandahar fehlen.

 Praktizierter Datenschutz mal ganz anders … so … halt.

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