Jun 24

 Der Internetkonzern Google hat damit gedroht, seinen Webmaildienst Googlemail in Deustchland zu schließen. Wie der Sprecher Peter Fleischer in einem Interview mit der Wirtschaftswoche erklärte, seien die geplanten Gesetze zu Vorratsdatenspeicherung "ein schwerer Schlag gegen die Privatsphäre."

 Wie Fleischer weiter ausführte, widerspräche die Gesetzesinitiative – die aufgrund einer EU-Richtlinie enstanden war – Googles Grundsatz, anonyme E-Mail-Konten anzubieten. Fleischer weiter: "Wenn die Web-Gemeinde uns nicht mehr glaubt, dass wir mit ihren Daten sorgsam umgehen, sind wir ganz schnell weg vom Fenster."

 Interessant an diesem Interview ist, daß Google der erste Anbieter ist, der nicht die bei einer Vorratsdatenspeicherung anfallenden Kosten als Hauptgrund anführt. Der Branchenverband Bitkom hatte bereits mehrmals vor dem neuen Gesetz gewarnt, jedoch immer nur die dann entstehenden Investitions- und Betriebskosten als Argumente ins Felde geführt.

 Allerdings sind auch die demokratischen Umtriebe von Google mit Vorsicht zu genießen. Das Unternehmen hatte sich, um in China "landen" zu können,  mit der dort vom Staat geforderten Zensur abgefunden. Auch in Deutschland wird zensiert, allerdings hat sich hier wohl noch niemand ernsthaft über die Meldung "Aus Rechtsgründen hat Google [XX] Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt." beschwert.

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